Eine fast vergessene Geschichte der Sippenhaft

Rosa wurde 1944 zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter ins Dulag Bozen deportiert. Sie wurden im Rahmen der Sippenhaft verhaftet. Hans, Rosas Sohn, hatte 1944 desertiert und sich geweigert, in die Wehrmacht einzutreten. Deshalb beschlossen die Besatzer, die ganze Familie zu verhaften. Über sie sind nur wenige Informationen bekannt, abgesehen von diesen Kennzeichen und der Tatsache, dass sie als Internierte in den Kasernen in der Nähe des Lagers von Bozen Reinigungsarbeiten verrichteten. Alle drei wurden schließlich zusammen im Außenlager Moos befreit.

 

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Briefe

Archivmaterialien und Zeugnisse - Stadtarchiv Bozen

Im Stadtarchiv Bozen befindet sich ein Aktenbündel aus der Schenkung von der des Mannes von Roswitha Zöggeler vom 27. September 2021.
Es enthält fünf Objekte: drei Häftlingsnummern des Transitlagers Bozen, zwei Stoffdreiecke (grünlich) sowie rote und weiße Kennzeichen. Die Häftlingsnummer von Rosa Gögele ist 5655.

In einer E-Mail vom 21. September 2021 berichtete Paolo Cobbe, der Ehemann von Roswitha, dass ihm die Dokumente Jahre zuvor von der Tante seiner Frau, einer direkten Nachfahrin der Familie Gögele, übergeben wurden, da sie um sein Interesse an Geschichte wusste. Die Familie war teils südtirolerisch (die Eltern und Tochter), andere jüngere Mitglieder konnten in den Bauernhöfen im Hinterpasseier Zuflucht finden.
Die Verhaftung der Familie war eine Reaktion auf die Desertion von Hans und die Nichtmeldung anderer Familienmitglieder zum Wehrdienst. Rosa und ihre Angehörigen wurden im Lager von Bozen interniert und unterlagen der Arbeitspflichten, u. a. Reinigungsarbeiten in Kasernen.

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